Dienstag, 23. Dezember 2014

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"Wildwuchs von Windrädern" soll vermieden werden

Windenergie: Stadt will Konzentrationszone ausweisen

Weinheim, 07. Oktober 2014. (red/pm) Die mögliche Fläche, die Weinheim nach den Vorgaben der Landesregierung, für die Ansiedlung von Windenergieanlagen bereit stellen müsste, wird immer kleiner. Das ist das Ergebnis eines Planungsprozesses, den die Stadtverwaltung und die kommunalpolitischen Gremien seit fast zwei Jahren vorantreiben.

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Information der Stadtverwaltung Weinheim:

“Darin geht es darum, mit Hilfe einer Steuerungsplanung eine ungesteuerte Installation von Windenergieanlagen, eine so genannte „Verspargelung“ der Landschaft, zu verhindern. Der Gemeinderat hat in diesem Monat (15. Oktober) die Möglichkeit, den hierfür erforderlichen „Sachlichen Teilflächennutzungsplan Windenergie“ ein weiteres Stück voranzubringen. Der Ausschuss für Technik und Umwelt wird das Thema am 8. Oktober um 18 Uhr in öffentlicher Sitzung vorberaten.

Konkret geht es jetzt um eine Änderung der Schutzgebietsverordnung , um im Waldgebiet hinter dem Geiersberg auf Höhe von Lützelsachsen planerisch eine so genannte Konzentrationszone von rund 43 Hektar auszuweisen. Diese Fläche würde dann als einzige von ursprünglich sechs in einem ersten Prüfschritt ermittelten Konzentrationszonen übrig bleiben.

Windenergieanlagen im “Freibereich 4″ möglich

Dem Vorgehen liegt das Gutachen eines externen Fachbüros zugrunde, das die Änderung der Schutzgebietsverordnung hinter dem Geiersberg auch nur noch in einem deutlich verkleinerten „Freibereich 4 Mitte“ als möglich ansieht. Damit hat die Stadt die Möglichkeit, das übrige Gemeindegebiet als Standort für Windenergieanlagen planerisch auszuschließen, auch die Fläche am Eichelberg in Oberflockenbach. Auf dem jetzt verkleinerten „Freibereich 4 Mitte“ könnten dann rein planerisch Windenergieanlagen entstehen – allerdings erst nach einem immissionschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren.

Nebeneffekt: Die Fläche des jetzt nur noch in Frage kommenden Bereichs befindet sich im Besitz der Stadt Weinheim, die Kommune selbst hätte bei der Vergabe der Fläche mehr Einfluss und Gestaltungsspielraum als anderswo.

Von sechs Freiflächen soll nur noch eines als Konzentrationszone für den Bau von Windkraftanlagen ausgewiesen werden. Foto: Artenschutzgutachten Abb. 2

Von sechs Freiflächen soll nur noch eines als Konzentrationszone für den Bau von Windkraftanlagen ausgewiesen werden. Klicken Sie, um den Plan zu vergrößern. Foto: Artenschutzgutachten Abb. 2

Im Vorfeld der Sitzungen hat jetzt Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner nochmals darauf verwiesen, dass mittlerweile rund 90 Prozent der Kommunen und kommunalen Planungsgemeinschaften in Baden-Württemberg diesen Weg der Steuerungsplanung eingeschlagen haben, um einen unkontrollierbaren Wildwuchs auf ihrer Gemarkung zu verhindern.

Ohne Steuerungsplanung, so der Technische Dezernent, stehen grundsätzlich alle Flächen zur Verfügung, weil Windenergieanlagen nach aktueller Gesetzeslage überall zulässig sind. Vor allem die Installation von einzelnen Anlagen, die wie Spargel in der Landschaft stehen, seien dann nicht mehr verhinderbar, laut Rechtslage sogar in Landschaftsschutzgebieten nicht. Die Stadt wäre ausgeliefert. Fetzner: „Ohne eine Steuerungsplanung wären neuen Anlagen Tür und Tor geöffnet, sogar dort, wo sie von allen als besonders störend empfunden werden.“”

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Über Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (30) ist Redaktionsvolontärin beim Rheinneckarblog.de. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.