Mittwoch, 18. Juni 2014

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Ab kommenden Jahr sind Rauchmelder Pflicht

Mach mich an – die Decke!

Weinheim, 16. Juni 2014. (red/fw) Am Freitag, den 13. Juni, fand deutschlandweit der 9. Rauchmeldertag statt. Deshalb informierte die Weinheimer Feuerwehr über die Rauchmelderpflicht zum 01. Januar 2015.

Mach mich an, Rauchmelder

Information der Feuerwehr Weinheim:

“Brandtote sind Rauchtote, das weiß die Weinheimer Feuerwehr, denn bei einem Feuer sterben die meisten Menschen nicht durch Brandverletzungen sondern durch den giftigen Brandrauch. Durchschnittlich verunglücken monatlich rund 40 Menschen im Bundesgebiet durch Brände. Die meisten davon in den eigenen vier Wänden. Auch in Weinheim kam es dieses Jahr schon zu mehreren größeren Zimmer und Wohnungsbränden, bei dem zahlreiche Menschen verletzt wurden.

Da in den meisten Wohnungen keine Rauchmelder vorhanden waren, begrüßt die Feuerwehr Weinheim die Einführung der Rauchmelderpflicht in Baden-Württemberg, die im Juli letzten Jahres in Kraft getreten ist. Das Gesetz sieht vor, dass die Warngeräte ab sofort in Neubauten installiert werden müssen und in bestehenden Gebäuden bis Ende 2014. Am vergangen Freitag beteiligte sich die Feuerwehr Weinheim gemeinsam mit der Firma Loher – Alarm und Sicherheitstechnik – sowie der Firma Compact Feuerschutz am bundesweiten Rauchmeldertag mit einem Infostand in der Weinheim Galerie.

Mit provokanten Plakaten, wie „Mach mich an – die Decke“ machten die Brandschutzexperten auf sich aufmerksam. Seit mehreren Jahren findet diese Infoveranstaltung statt um für die kleinen Lebensretter an der Decke zu werben. Denn vor allem nachts werden Brände in Privathaushalten zur tödlichen Gefahr, wenn alle schlafen, denn im Schlaf riecht der Mensch nichts. Bereits drei Atemzüge hochgiftigen Brandrauchs können tödlich sein, die Opfer werden im Schlaf bewusstlos und ersticken dann.

Tipps zum richtigen Umgang mit Rauchmeldern

Die Brandschutzaufklärer informierten und gaben Tipps zum richtigen Umgang mit den Rauchmeldern. Viele Fragen kamen natürlich zur gesetzlichen Regelung auf, die die Fachberater beantworten konnten. Aber auch auf spezielle Fragen, wie beispielsweise Gehörlose gewarnt werden können, gab es eine Antwort. Informationen gab es aber nicht nur über Rauchwarnmelder, sondern auch generell über den vorbeugenden Brandschutz.

In 13 Bundesländern gibt es inzwischen eine gesetzlich vorgeschriebene Rauchmelderpflicht. Viele Vermieter sind ihren Pflichten zur Installation von Rauchmeldern bereits nachgekommen. Wohnungs- und Hauseigentümer, die ihr Eigentum selbst bewohnen, sind jedoch oft unzureichend informiert. Daher bietet die Weinheimer Feuerwehr regelmäßig solche Infoveranstaltungen an.

Dabei informieren die Brandschützer worauf beim Kauf eines Rauchmelders geachtet werden sollte. Rauchmelder müssen mit dem CE-Zeichen inklusive Prüfnummer und der Angabe „EN 14604“ versehen sein. Aufgrund der Tatsache, dass das CE-Zeichen an einem Rauchmelder aber keine Aussage über dessen Qualität trifft, sondern nur besagt, dass das Produkt in Europa verkauft werden darf, gibt es seit 2012 das unabhängige Qualitätszeichen „Q“. Rauchmelder mit dem „Q“ werden einer erweiterten Qualitätsprüfung unterzogen. Sie werden auf ihre Langlebigkeit geprüft, weisen eine deutliche Reduktion von Falschalarmen auf, haben eine erhöhte Stabilität, zum Beispiel gegen äußere Einflüsse, und eine fest eingebaute Batterie, die über eine Lebensdauer von mindestens 10 Jahren verfügt.

Brände in Entstehungsphase erkennen

Außerdem gibt es von der Feuerwehr Tipps, wie und wo Rauchmelder installiert werden müssen. Laut den Bauordnungen der Bundesländer mit Rauchmelderpflicht müssen Rauchmelder in Kinder- und Schlafzimmern sowie in Fluren angebracht werden. Damit die Melder vom Brandrauch ungehindert erreicht werden und so schon Brände in der Entstehungsphase erkennen können, ist es wichtig, dass sie an der Decke möglichst in der Raummitte angebracht werden. Wer über eine Wohnung oder ein Haus mit mehreren Etagen verfügt, sollte auch den Keller beziehungsweise den Dachboden nicht vergessen.

Wichtig ist der Feuerwehr auch die regelmäßige Wartung. Der beste Rauchmelder kann im Ernstfall nicht funktionieren, wenn zum Beispiel die Batterie leer oder der Rauchmelder stark verschmutzt ist. Daher ist eine regelmäßige Wartung unbedingt notwendig. „Eigentümer, die ihre Wohnung oder ihr Haus selbst bewohnen, sind für die Funktionsfähigkeit ihrer Rauchmelder persönlich verantwortlich.

Die Wartung beinhaltet unter anderem das Drücken der Prüftaste nach Herstellerangaben, um zu schauen, ob die Batterie und der Alarmgeber noch funktionieren. Des Weiteren sollte auch genau kontrolliert werden, ob die Öffnungen am Rauchmelder frei von Staub und Flusen sind. Unabhängig vom Drücken der Prüftaste ist ein Batteriewechsel erforderlich, wenn der Rauchmelder einen Warnton aussendet“, erklärt die Feuerwehr.

Wer mit der Installation und der Wartung ganz auf Nummer sicher gehen will, beauftragt am besten einen Dienstleister, der den bundesweiten Standard des Forums Brandrauchprävention „Q-Geprüfte Fachkraft für Rauchwarnmelder“ erfüllt und damit über die geeigneten Qualifikationen verfügt.

Alle Informationen zur Rauchmelderpflicht in den Bundesländern und zu Rauchmeldern allgemein finden Sie auch auf der Internetseite www.rauchmelder-lebensretter.de .”

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