Donnerstag, 31. Juli 2014

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Erzieherinnen und Lehrerinnen aus Dublin besuchten Kindertagesstätte im Bürgerpark

Weinheimer KiTas mit Vorbildfunktion

Weinheim, 29. Juli 2014. (red/pm) Vergangenen Donnerstag besuchten irische Erzieherinnen und Lehrerinnen aus Dublin die städtische Kindertagesstätte im Bürgerpark.

Iren im Bürgerpark

Die Iren besuchen den Bürgerpark. Foto: Stadt Weinheim

Information der Stadt Weinheim:

“Es ist ein warmer Sommertag, aber unter den alten Bäumen im Garten des Bürgerparks wird es nie zu heiß. Die Kinder der Kindertagesstätte wuseln durch den Garten, klettern und rutschen. Einige sitzen mit ihren Erzieherinnen in schattigen Winkeln und lassen sich aus einem Buch vorlesen. Es ist lebendig im Bürgerpark, aber entspannt.

„Das gäbe es bei uns nicht“, sagt Brenda Kirby, und man merkt ihr an, dass sie das bedauert. Brenda Kirby ist die Inhaberin einer „Preschool“ in der irischen Hauptstadt Dublin.

Gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen Aisling Keogh und Margarete Dunne, beide sind Lehrerinnen an der „Fitzwilliam Nursery & Montessori Preschool“, besuchte sie am Donnerstag die städtische Kindertagesstätte „Bürgerpark“ und ließen sich von der dortigen Leiterin Anette Roberson durch die Einrichtung führen – es ist eine der größten KiTas der Stadt.

“Sowas gibt es in Irland nicht”

Die Irinnen waren sichtlich begeistert von der Vorzeige-KiTa inmitten der Stadt und insbesondere von der Art, wie hierzulande mit Kindern umgegangen wird. Eigenständig spielende Kleinkinder auf Klettergerüsten oder gar auf echten Bäumen – so etwas gebe es in einem irischen Kindergarten nicht, berichteten sie.

In Irland seien die Kinder in ihrer „Preschool“ deutlich mehr überwacht und behütet, der KiTa-Alltag sei viel strikter vorgegeben. Gut finden sie das nicht, das war zu spüren, deshalb wollen sie zumindest in ihrem Umfeld ein bisschen des deutschen Modells einfließen lassen.

Nicht zum ersten Mal ist eine Weinheimer KiTa als Vorbild und Anschauungsobjekt für Erziehungsprofis aus einem anderen europäischen Land ausgewählt worden. Hintergrund ist, dass die Helen-Keller-Schule, die bekanntlich Erzieherinnen ausbildet, sehr engagierte Austauschprojekte anbietet.

Über den Tellerrand hinausschauen

Angehende Erzieherinnen hospitieren in unter anderem in Norwegen, Schweden, Ungarn – und eben auch in Irland, um über den Tellerrand hinauszuschauen. Als Lehrer ist der Weinheimer Ralf Fabian für diese Austausche zuständig, die im Allgemeinen aus EU-Programmen gefördert werden.

Im Mai waren aus der Helen-Keller-Schule drei Praktikantinnen in der „Fitzwilliam Nursery & Montessori Preschool“: Stephanie Rondik, Melanie Schork und Jana Trautmann. So kam der Kontakt zustande. Brenda Kirby und ihre Kolleginnen wollten im Gegenzug kennenlernen, wie ein Weinheimer Kindergarten so „tickt“.

Dass es in irischen „Preschools“ strenger und behüteter zugeht, konnte auch Ralf Fabian selbst bestätigen, der vor einiger Zeit seinerseits eine Einrichtung in Dublin besuchte. Was ihm als erstes auffiel: Die Kindertoiletten hatten keine Türen. Selbst dort sollten die Kleinen nicht ganz unbeobachtet sein.”

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